Auswahlhilfe für 19 Zoll-Schränke

Netzwerkschrank

Netzwerkschränke sind standardisiert für die Aufnahme von Komponenten in 19Zoll - Bauweise. 19" entspricht einer Breite von 482,6 mm. International ist der Standard bekannt als IEC-Norm 60297, und in Deutschland als DIN 41494.
 
Ein Netzwerkschrank ist üblicherweise 600 oder 800mm breit und 600 oder 800mm tief. Ein Netzwerkschrank besitzt vorne (und hinten) 19" Profilschienen für die Aufnahme von 19"-Geräten. Die Höhe der einzubauenden Geräte wird in so genannten Höheneinheiten (HE) angegeben, wobei eine Höheneinheit 44,45 mm beträgt. Pro HE gibt es zwei Befestigungslöcher im Abstand von 31,75 mm. Netzwerkschränke sind i.d.R. zwischen wenigen Höheneinheiten bis zu 47 HE hoch (oder noch höher als Sonderaufbau).
 
Die gebräuchlichste Höhe ist 42HE, was in etwa einer Höhe von 2m entspricht.
 
(Weitere Begriffe für einen Netzwerkschrank/Serverschrank: Datenschrank, 19"-Verteiler, 19"-Standschrank. 19zoll Rack)
 

Serverschrank

Ein Serverschrank ist - wie auch der Netzwerkschrank - 600 oder 800mm breit. Der Serverschrank ist jedoch tiefer als ein Netzwerkschrank u. zwar 900, 1000, 1100mm oder sogar 1200mm. Diese größere Tiefe wird notwendig durch die tiefe der einzubauenden Server (oder anderer Applikationen). Ein Serverschrank ist i.d.R. stabiler aufgebaut und kann somit höher belastet werden (bis 1300kg). Meistens sind aber Serverschränke mit geringerer Tragekraft weit ausreichend (und günstiger). Für besonders enge Bereiche ist es schwierig einen kompletten 19"-Schrank zu transportieren. Für diesen Fall ist es ratsam einen zerlegbaren Serverschrank zu wählen.
In machen Bereichen werden Serverschränke mit einem höheren Schutzgrad, d.h. höhere Dichtigkeit gegenüber Feuchtigkeit und Staub, eingesetzt. Diese 19 Zoll Schränke haben zusätzliche Dichtungen welche die Verkleidungselemente wie Türen und Seitenteile gegen äußere Einfüsse abdichten. Sollte eine Belüftung notwendig sein, so müssen spezielle Belüftungssystem eingesetzt werden.
 
Erwähnenswert: Es ist immer zu berücksichtigen, dass die Tiefe eines Racks (z.B. 1000mm) nicht komplett genutzt werden kann. Zum einen beginnen die 19 Zoll-Profilschienen i.d.R ca. 5 -10cm von der Türkante oder Rückwand entfernt (jeweils vorne u. hinten), zum anderen wird für die Verkabelung immer ein wenig Platz vor u. vor allem hinter dem Server benötigt. In unserem Fall würde die maximale Servergehäusetiefe bei ca. 750 bis 850mm liegen.
 
 

19 Zoll Rack - Laborrahmen

Für schnellen Zugriff und einfache Belüftung bieten sich offene 19 Zoll-Gestelle an. Da diese Gestelle nicht im Bereichen eingesetzt werden wo Puklikumsverkehr stattfindet, ist es möglich alle 19 Zoll Einbauten ohne Verkleidungselemente eizubauen. Für kurze Einbauten ist ein einreihiger Rackrahmen ausreichend.
Für tiefere Geräte, die im hinteren Einbaubereich ebenfalls eine Unterstützung brauchen sind die zweireihige Rackrahmen (in verschiedenen Tiefen) die bessere Wahl.
 
 

Industrieverteiler - Steuerschrank

In der industriellen Fertigung sind rechnergestützte Steuerungen und Fertigungs-Kontrollpunkte unabdingbar. Entsprechend müssen die Schränke einerseits abgedichtet sein aber auch die Möglichkeit bieten einen Monitor und Eingabemedien, zu bedienen. Es handelt sich dann um einen Schrank der Rechner aufnehmen kann, einen Sichtbereich für den Monitor bietet und die Möglichkeit hat eine Tastatur und Maus bedienen zu können.
 
 

Schallgedämmter Serverschrank

In Bereichen in denen die Betriebsgeräusche vom 19 Zoll-Schrank (Lüftergeräusche) und der eingebauten Elemente (Lüfter vom aktiven Elementen und Plattenlaufgeräusche) störend für das Umfeld ist, bieten sich schallgedämmte Serverschränke - Akustikschränke an. Diese speziellen 19 Zoll-Schränke sind im Aufbau identisch mit den Serverschränken und Netzwerkschränken, aber die Innenaustattung unterscheidet sich erheblich.  Um den Lärm nicht nach außen dringen zu lassen, sind diese Schränke rundum abgedichtet. Akustikschaum wandelt im Innern den Lärm in Wärme um. Spezielle, leise Lüfter kommen zum Einsatz die das Eigengeräusch des Schrankes minimieren. Die Luftwege zur Kühlung sind vorgegeben um so wenig Lärm wie möglich nach außen dringen zu lassen.
 

Schrankkühlung

Ist der Raum entsprechend gekühlt, so können Türen mit Gitternetz mit hohem Luftdurchsatz eingesetzt werden. Dabei ist der Schrank sehr leicht zugänglich für Frischluft. Eingebaute Server können dann von vorne die Luft ansaugen und nach hinten abgeben. Auch im rückwärtigen Bereich sollte dann eine Rückwand mit Gitternetz, oder eine Gitternetztür eingesetzt werden.
 
Ein oft unterschätztes Problem ist ein Serverschrank in dem hohe Temperaturen entstehen können (durch äußeren Einfluss und durch die eingebauten aktiven Komponenten). Eine geräteverträgliche Temperatur im Schrank liegt bei ca. 25° bis 30° C. Wird es wärmer im Schrank, sollte man sich Gedanken über den Wärmeabfluss machen.
 
Besondere Problemfelder im Schrank selbst sind so genannte Hotspots. Punkte in einem Schrank wo es besonders heiß wird. Im Schrank selbst ist die Durchschnittstemperatur unter Umständen in Ordung, aber in einzelnen Schrankbereichen (z.B. oberhalb eines Server) wird die kritische Temperatur überschritten.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Temperatur im Schrank zu senken.
 
Die einfachste Möglichkeit die Schranktemperatur zu senken ist der Einbau einer Dachlüftereinheit. Die Dachlüftereinheit hat die Aufgabe die kalte Luft von außen (i.d.R. über den Schrankboden/Schranksockel) anzusaugen, durch den Schrank zu führen u. über das Dach wieder hinauszublasen. Grundlage für diese Funktionsweise: Die angesaugte Luft von außen muss kühler sein als die Temperatur im Schrank. Je größer der Temperaturunterschied desto effektiver die Kühlung.
 
Eine zweite einfache Möglichkeit ist der Einbau eines 19 Zoll Horizontallüftereinheit (1-3HE). Dieser kann ohne großen Aufwand nachträglich eingebaut werden. Der Lüftereinheit hat die Aufgabe die Luft von vorne nach hinten zu drücken. dieser wird genau auf die Höhe des Hotspot installiert. Wichtig: Die Lüftereinheit muss so eingebaut werden, dass es zu einer Luftzirkulation kommt. 
Falls die Steuerung über ein Thermostat erfolgt - der die Lüfter bei einer bestimmten Temperatur einschaltet - sollte beachtet werden, dass die Messung der Temperatur am heißesten Punkt im Schrank erfolgen sollte.
 
Bei zu geringer Luftzirkulation hinter den Einbaugeräten kann ein vertikale Lüftereinheit die angestaute Luft in Bewegung bringen. Es werden Lüfter hinter die Einbauten platziert um die Luft von unten nach oben zu bewegen.

 

Auswahlkriterien

- Schrankgröße ausreichend wählen. Ist genug Platz vorhanden, immer einen größeren Schrank wählen. Die Standardgröße Im Netzwerkschrank-Bereich ist 800mmx42HEx800mm (BxHxT). Bei den Serverschränken 600mmx42HEx1000mm (da i.d.R. weniger "seitlich" verkabelt wird).
 
- Für "gute Temperatur" im Schrank sorgen (optimalerweise 25° bis 30°C) - Ist doch ein Einsatz von Lüftern/Wärmetauschern/Klimageräten notwendig? Passende Lösung wählen. Selbst eine "teure" Kühlgerätetechnik am Schrank ist i.d.R. günstiger als der Ausfall von Geräten (Folge: Hardwaredefekte, Arbeitsausfall, Neuinstallation etc.).
 
- Schrank sollte zumindest abschließbar sein (mit einem Schlüsselsystem)!

 
- Sollen mehrere Schränke in Reihe gestellt werden? Einsparpotential Seitenwände - es werden weniger benötigt.
 
- Sind die Geräteböden ausreichend dimensioniert (bzgl. Tiefe u. Traglast)?

 
- Sonstiges Zubehör berücksichtigen (19 Zoll Steckdosenleiste, Beleuchtung, Schranküberwachung etc.).
 
- Potentialausgleichsschiene.
 
- Sauberes Kabelmanagement berücksichtigen (über Kabelabfangschienen u. Kabelbügel). Vereinfacht später die Arbeit am Schrank (z.B. bei einer Nachrüsten ). Sauberer Aufbau ist eine gute "Visitenkarte".
 
- Gegen Ausfälle: USV im Schrank einbauen oder an ein USV-System anschließen um Systemausfälle zu vermeiden bzw. um Spannungsspitzen und kurze Unterbrechungen zu vermeiden. Im Extemfall ein sauberes "runter fahren" zu gewährleisten.
 
-  Muss es ein Schrank mit hoher Dichtigkeit sein? Hohe Dichtigkeit ist mit einem höheren Preis verbunden. In sauberer Umgebung nicht notwendig (Büros, Technikraum, Serverräume etc.).
 
- Soll ein Schranksystem zu einem späteren Zeitpunkt erweitert werden, sollte ein Markenprodukt gekauft werden. Im Schrankbereich sind die Lebenszyklen von Schrankreihen eines Markenherstellers sehr langfristig orientiert. Einen Noname-Schrank und das Zubehör dazu können Sie evtl. in ein oder zwei Jahren gar nicht mehr kaufen.
 
- Es gibt High-End Schränke die durchaus ihre Berechtigung haben (besonderes Design, breites Zubehörprogramm, hohe Dichtigkeit etc.), aber in den meisten Fällen reicht ein solider Schrank mit einer guten Preis-/Leistungsfähigkeit aus. Umgekehrt sollte man aber auch nicht nur auf den Preis schauen, da die billigsten Lösungen sich oft negativ auf die Qualität auswirken können (schwache Konstruktion, Passungenauigkeiten etc.). Ein Problem bei "No-Name" Schränken: Falls man einige Zeit später aufrüsten (z.B. mit Lüftereinheiten) oder einen 2ten Schrank dazu stellen möchte, findet man den Schranktyp nicht mehr im Markt.